Karlheinz Böhm - Vom Filmstar zum Entwicklungshelfer | Foto: Per-Anders Petterssen

Vom Filmstar zum Entwicklungshelfer

1976 wurde Karlheinz Böhm erstmals mit der Armut in Afrika konfrontiert. Um einen Bronchialkatarrh auszukurieren, empfahlen ihm seine Ärzte einen Aufenthalt in Kenia. Als er sich vor Ort von einheimischen Hotelangestellten ihre Hütten zeigen ließ, wurde er mit der Realität fernab der Luxusfassade konfrontiert. Die Armut und das Elend der Menschen erschütterten Karlheinz Böhm zutiefst und ließen ihn nie mehr los. Der erfolgreiche Schauspieler beschloss, seine gesellschaftspolitische Kritik, die er nach eigenem Bekunden schon „zu lange in leise Resignation zu kleiden gepflegt hatte”, in soziales Engagement umzuwandeln.

Am 16. Mai 1981 wettete Karlheinz Böhm in der ZDF- Sendung „Wetten dass..?”, „dass nicht jeder dritte Zuschauer eine Mark, einen Franken oder sieben Schilling für notleidende Menschen in der Sahelzone spendet.” Böhm gewann die Wette zwar, insgesamt kamen aber rund 1,2 Mio. Mark Spendengelder zusammen.

Tiefbewegt und überwältigt von dem großen Echo der Bevölkerung flog er im Oktober 1981 erstmals nach Äthiopien und gründete am 13. November 1981 in München seine Stiftung „Menschen für Menschen”. Seit 1983 gibt es die Organisation auch in Österreich, 1989 wurde „Menschen für Menschen” auch in der Schweiz ins Leben gerufen. In den drei Organisationen arbeiten 22 MitarbeiterInnen, die von 500 ehrenamtlichen Helfern unterstützt werden. Vor Ort in Äthiopien sind 636 MitarbeiterInnen (darunter 9 Europäer) für rund 2,8 Millionen hilfsbedürftige Menschen im Einsatz. Heute betreibt „Menschen für Menschen” in sieben Regionen Äthiopiens eine Vielzahl langfristiger Projekte. Neben dem Bau von Krankenstationen, Schulzentren, Straßen, Brunnen und Brücken kümmert sich die Stiftung intensiv um den Ausbau des Gesundheitswesens und die Förderung von Ausbildungsprogrammen.

Der Kampf gegen die soziale Benachteiligung der weiblichen Bevölkerung liegt Karlheinz Böhm nach wie vor besonders am Herzen, so erzielte er große Erfolge mit seiner Kampagne gegen die traditionelle Beschneidung von Frauen. Seit nunmehr 25 Jahren arbeitet der Ehrenbürger Äthiopiens ehrenamtlich für „Menschen für Menschen”. Er geht auf Vortragsreisen und setzt bei Medienauftritten seine Prominenz ausschließlich in den Dienst der guten Sache, um für seine Stiftung zu werben und Spendengelder zu sammeln. Seinem selbstlosen, einzigartigem Engagement ist es zu verdanken, dass seither Hunderttausenden notleidenden Menschen das Leben gerettet werden konnte. Als Motivation, so Böhm, „dient mir das kleine Wort WUT, Wut über die ungerechte und menschenverachtende Diskrepanz zwischen Arm und Reich.”