Roseninsel

Die Roseninsel

Zeitlebens stellte die Roseninsel für Kaiserin Elisabeth einen Lieblingsort und eine besondere Zufluchtsstätte dar. Schon als junge Prinzessin war sie oft von ihrem geliebten Schloss Possenhofen aus zu der Insel geschwommen oder gerudert. In späteren Jahren traf sie sich hier oft mit ihrem Cousin Ludwig II zu Rendezvous, die bis heute legendenumwoben sind...

Die Roseninsel liegt am Westufer des Starnberger Sees, fast genau vor der Stadt Feldafing und nur ca. 200 m vom Ufer entfernt. Die Insel, die einst im Besitz der Wittelsbacher war und damals Insel Wörth hieß, gilt als das älteste Siedlungsgebiet am Starnberger See. Um 1850 erwarb König Maximilian II von Bayern die Insel, ließ sie zunächst durch eine Kiesaufschüttung vergrößern, um schließlich eine Villa erbauen und einen Rosengarten anlegen zu lassen. So wurde aus der ehemaligen Fischerinsel Wörth die Roseninsel: ein duftendes Blumenparadies, in dem König Maximilian tausende seltener Rosen züchten ließ. Nach dem frühen Tod des Königs nahm sich sein Sohn, Thronfolger Ludwig II, der Erhaltung des Inselparadieses an. Vermutlich wusste er die Abgeschiedenheit und Intimität der Insel sehr zu schätzen. Sein Wunsch nach dichtester Abschirmung und üppigem Blumendekor veranlasste ihn jedoch, die bestehenden Pflanzungen um etwa 550 veredelte Rosen und mehrere hundert Rosenwildlinge zu ergänzen.

Viele berühmte Gäste wie Richard Wagner und der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm wurden von König Ludwig II durch eine Einladung auf die Roseninsel geehrt. Für seine legendären Seefeste ließ er die Gäste von Schloss Berg aus mit dem eigenen Raddampfer Tristan zur Roseninsel bringen.

Kaiserin Elisabeth und König Ludwig diente die Roseninsel vor allem aber als Zufluchtstätte vor ihrem höfischen Leben. Die Monarchin, die im Sommer regelmäßig ihre Heimat am Starnberger See besuchte, war stets ein willkommener Gast auf der Insel. Oft trafen sich Elisabeth und Ludwig hier, um ungestört zu reden und ein wenig Normalität und Unbeschwertheit in ihr Leben zu bringen. Beide waren eigenbrötlerisch veranlagt und hatten Schwierigkeiten, sich den Regeln des kaiserlichen Hofes zu unterwerfen. Die Roseninsel bot ihnen Zuflucht, auf dem kleinen Stück Land konnten sie ihre Zurückhaltung ablegen und einfach nur „sie selbst” sein. Auch nach seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit ließ Ludwig II die Roseninsel samt Villa instand halten und pflegen. Vermutlich wollte er damit Kaiserin Elisabeth imponieren. Heute kann man an schönen Tagen mit einem Lastkahn, Plätte genannt, auf die Roseninsel übersetzen. Sieben Steintafeln berichten dort von der Geschichte der Insel. Wer jedoch hofft, die berühmte Rosenzucht Ludwigs II bewundern zu können, wird leider enttäuscht. Sie sucht man hier vergeblich.