Das Sissi-Syndrom

Das Sissi-Syndrom

Das „Sissi-Syndrom” ist nach der österreichischen Kaiserin Elisabeth benannt, die zeitlebens - trotz Schönheit und privilegierten Lebens - an schweren Depressionen litt. Unter dem Sissi-Syndrom verstehen Mediziner eine besondere Ausprägung der Depression: Betroffenen Menschen ist das, im klassischen Sinne, depressive Verhalten des „Sich-hängen-Lassens” völlig fremd. Stattdessen lautet die Devise „Aktion statt Resignation”.

Diese Menschen powern durchs Leben, sind beruflich erfolgreich, haben ein makelloses Erscheinungsbild und werden von der Außenwelt bewundert, wohingegen sie selbst nur selten Freude am eigenen Leben empfinden. Ihre übermäßige Aktivität dient einzig dem Versuch, mit aller Kraft von ihrer inneren Leere und Hilflosigkeit abzulenken.

Experten vermuten als Ursache des Sissi-Syndroms einen Defekt im Serotonin-Stoffwechsel, der aber - medikamentös behandelt - erfolgreich reguliert werden kann. Charakteristisch für dieses - zur damaligen Zeit noch unerkannte - Krankheitsbild betrieb die österreichische Kaiserin einen übermäßigen Schönheitskult, „drillte” ihren Körper täglich zu sportlichen Höchstleistungen und hungerte sich auf ein Gewicht von ca. 45 kg bei einer Körpergröße von 1,72 m. Untersuchungen zufolge sind derzeit in Deutschland etwa drei Millionen Menschen vom Sissi-Syndrom betroffen, Tendenz steigend.