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BeitragVerfasst: Sa 04 Mär, 2017 11:26 
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licorne021 hat geschrieben:
Stimmt diese Jahreszahl oben? 1869 ??
Damals konnte Elisabeth die griechische Sprache noch nicht und hatte auch noch keine Vorleser, meines Wissens nach.
Daher scheint mir das Erscheinungsdatum etwas komisch.

Gut aufgepasst, licorne021!
Es handelt sich um einen klassischen Zahlendreher.
Es muss natürlich richtig heissen: 1896!
Hier kannst Du es selbst nachlesen:
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno? ... =7&zoom=33

Liebe Grüße von waldi

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BeitragVerfasst: Mi 15 Mär, 2017 11:36 
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Noch ein Gedicht zum Namenstag der frischgebackenen Kaiserin von Öaterreich.

Ein Musenblümchen

an

Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth

zu

Allerhöchstihrem glorreichen Namens-Feste


von M.G. Saphir


Zum ersten Mal im Lauf der leichtgeschürzten Horen
wird D i r zu D e i n e m hohen, schönen Namensfest,
am Donaustrand ein Blumenkranz geboren
aus Huldigung von Nord und Ost und Süd und West;
zum ersten Male steigt wie eine Opferwolke
Gebet, Gesang und Segenswunsch und Lieder-Chor
aus Herz und Sinn von einem großen Volke
an D e i n e m Namensfest zu Gottes Thron empor.
Und Klang von allen Thürmen, Klang von allen Saiten,
und Klang aus jeder Brust ertönt, um wettzustreiten.

Zum ersten Mal begehst D u heute diese Feier
als F r a u durch Hymens Band beglückend und beglückt;
zum ersten Mal in D e i n e s Festes Zauberschleier
des G a t t e n Hand den schönsten Stern D i r stickt;
D i c h grüßt das Früh mit süßerem Erwachen,
D i c h grüßt der Tag mit süß'rem Festesschall;
die Stunden grüßen D i c h mit inhaltsvollerm Lachen,
D i c h grüßt mit süßerm Blick D e i n herrlicher Gemahl,
D i c h grüßt, verschleiert in Gebet und Thränen,
die Zukunftsstunde mit noch höherm Sehnen!

Zum ersten Mal in einer strahlenreichen K r o n e
begehst D e i n Namensfest, D u hohe Fürstin heut',
um D i c h der Länder Fürsten, Edle und Barone,
zum Glückwunsch um den Kaiserthron gereiht;
zum ersten Mal als edle L a n d e s f ü r s t i n bringen
vereinte Länder D i r den reichsten Segenskranz,
zum ersten Mal als L a n d e s m u t t e r D i r erklingen
des besten Volkes Lieder, Jubelruf und Tanz,
aus allen A u g e n, denen T h r ä n e n je entflossen,
aus allen H e r z e n, denen B e t e n je entsprossen!

Zum ersten Mal blüht D i r D e i n Namenstag entgegen
als "H e i l i g u n g", als "M a h n u n g", "S e n d u n g" und "B e r u f";
als "H e i l' g u n g" durch des Ehband's gottentstammten Segen,
als "M a h n u n g", weil D i r anvertraut Millionen Glück,
als "S e n d u n g", weil D u in das edle Land gekommen,
um zu verschönern eines großen Kaisers Haupt,
durch D e i n e n Sinn, den keuschen, reinen, frommen,
die Blumen flechtend in den Lorbeer, reichbelaubt;
und als "B e r u f", weil jede Herrschergattin ist berufen,
als Genius zu stehen an des Thrones Stufen!

Und weil das Alles D u empfunden, tief im Busen,
im klaren Geist, im Sinne sternenrein,
begrüßt D i c h heut' der volle Chor der Musen,
greift in die Saiten voll und froh hinein!
In D e i n e n Augen blüh'n des Wohlthuns süße Strahlen,
auf D e i n e n Wangen blüht das Blümchen Wunderhold,
auf D e i n e m Antlitz Anmuth und Gemüth sich malen,
D e i n Lächeln stehet in der Milde Göttersold,
und Alles, was wir klar von D i r gesehen und vernommen,
besiegelt uns: D u k a m s t z u m S e g e n u n d z u m F r o m m e n!


Quelle: Der Humorist vom 19.11.1854

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BeitragVerfasst: So 21 Mai, 2017 13:24 
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In den Tagesneuigkeiten des "Fremden-Blatt" vom 27. Juli 1866 habe ich dies gefunden.

Frl. Ida Ferenczy, ungarische Vorleserin Ihrer Majestät der Kaiserin, hat dem "Idők Tanuja" (ungarische Zeitung) zufolge im Auftrag Ihrer Majestät an die blinde Zigeunerin Rosalia Fehér in Tapio-Szele (Tápiószele) den nachfolgenden Brief gerichtet.

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Der Brief wurde mitten im deutsch-deutschen Krieg geschrieben.
Am 13.7. hatte sich Elisabeth mit ihren Kindern und dem Hofstaat nach Ofen begeben, wo einige Tage später für die Kinder die Kochmeistervilla angemietet wurde.

Liebe Grüße von waldi

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BeitragVerfasst: Mo 22 Mai, 2017 9:00 
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Ein guter Artikel, wie ich finde - denn er gibt Aufschluss über eine andere Seite des 19. Jahrhunderts, als es uns in der Nachwelt erscheint. Kriegsversehrte sind auf Alltagsdarstellungen dieser Zeit kaum zu sehen, dabei müssen sie in ganz Europa zu Tausenden existiert haben. Durch ihre Behinderung war ihre Lebensgrundlage meist zerstört, und viele lebten daher in jahrzehntelanger Armut.

Natürlich wird der Hof diesen Beitrag auch bewusst lanciert haben - vollkommen zu Recht, wie ich finde. Denn Elisabeth hat die damalige Not sicher erkannt, was längst nicht bei allen Angehörigen des Hochadels der Fall war.

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Rote Husaren die reiten, die reiten niemals, niemals Schritt. Herzliebes Mädchen, Du kannst nicht mit. (Hermann Löns)
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BeitragVerfasst: Mo 29 Mai, 2017 10:32 
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Hallo,

das ist ja sehr spannend! Das mit der Darstellung bzw. Nicht-Darstellung derjenigen, die im Krieg zu Schaden gekommen sind, ist in der Tat ein Phänomen. Das kommt oftmals gar nicht vor. Dabei ist das ja ein Thema, welches in bzw. nach allen Kriegen hochrelevant wird. Elisabeth scheint sich auch in diesem Zusammenhang mal wieder beispiellos empathisch verhalten zu haben :)

Viele Grüße


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BeitragVerfasst: Mi 13 Sep, 2017 13:57 
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Bei der Reise nach Böhmen und Mähren im Juni 1854 wurde am Abend des 2. Juni dem Kaiserpaar in Brünn von einem Sängerkorps mit Harmoniebegleitung eine Cantate vorgetragen.
Der Teil der der Kaiserin galt und den Schluß habe ich abgeschrieben.

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Quelle: Wiener Zeitung vom 07. Juni 1854

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BeitragVerfasst: Sa 16 Sep, 2017 19:14 
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Der Teplitz-Schönauer Anzeiger vom 4. Januar 1873 berichtet unter "Vermischte Nachrichten":

Die Kaiserin in der Conditorei

Man schreibt aus Pest: Ihre Majestät die Kaiserin besuchte dieser Tage das Etablissement des Pester Zuckerbäckers Kugler (späteres Gerbaud, Anmerkung: waldi), um daselbst persönlich Einkäufe für den Weihnachtsbaum vorzunehmen. Die herrschende feuchte Witterung mochte die hohe Frau veranlaßt haben, das Taschentuch vor den Mund zu halten, während der obere Theil des Gesichtes durch den kurzen Schleier des Hütchens verhüllt war. Die Folge war, daß das Mädchen, welches eben bediente, die Kaiserin nicht erkannte und erstaunt war, als die fremde Dame selbst vor den exorbitantesten Preisen nicht erschrak. Bereits hatte die Kaiserin eine ziemliche Anzahl von hübschen Sächelchen gewählt, als eine besonders prachtvolle Bonbonniere ihre Aufmerksamkeit erregte. "Das dürfte doch wohl etwas zu theuer sein", wagte das Mädchen schüchtern einzuwenden, "diese Bonbonniere kostet dreihundert Gulden!" - "Legen sie es nur zu den Uebrigen", erwiderte die hohe Frau lächelnd. - "Wohin darf ich die gewählten Sachen mit der Rechnung senden?" lautete nun die Frage. Nun konnte die Kaiserin nicht länger an sich halten und brach in ein herzliches Lachen aus, und ersuchte die in ihrer Begleitung befindliche Dame, die Rechnung zu bezahlen, worauf die Weisung an das Mädchen erfolgte, die Waaren in den vor dem Locale stehenden Wagen zu legen. Jetzt erst löste sich für die erschrockene Ladendienerin das Räthsel, und man kann sich die Verlegenheit vorstellen, in welcher sie der gütig lächelnden Monarchin Entschuldigung über Entschuldigung vorstammelte.


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BeitragVerfasst: Fr 10 Nov, 2017 19:35 
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Aus dem Pester Lloyd vom 10. September 1908

Das Andenken der Königin Elisabeth.

Aus Anlaß der zehnten Wiederkehr des Todestages der verewigten Königin Elisabeth schreibt das Amtsblatt „Budapesti Közlöny“ in seinem nichtamtlichen Teile:


Heute jährt es sich zum zehnten Male, daß unsere gütige Königin Elisabeth für immer von uns geschieden ist, deren Namen wir mit Andacht nennen und deren Andenken wir in diesem Lande bis in die Unendlichkeit der Zeiten bewahren werden.
Zu Herbstanfang, wenn die Blätter fallen, ist all die Hoffnung hingewelkt, die wir in sie gesetzt haben; und auch seither künden wir es laut, daß wir an diesem Tage unsere Mutter verloren haben, die uns Ungarn unersetzlich ist.
Es hat dem göttlichen Willen gefallen, unsere Schützerin und Fürsprecherin aus unserer Mitte abzuberufen. Ihr Herz, das mit so viel edler Zuneigung sich uns zuwandte, ward von dem Dolche eines Meuchelmörders durchbohrt. Die hohe Frau, die in ihrem Leben so leidvollen Anteil an den seelischen Martern hatte, war auch in ihrem Sterben zum Schicksal der Märtyrer verurteilt.
An ihrer Bahre sanken wir alle nieder, die wir von dem herben Schmerze der nationalen Verwaistheit gequält wurden. Sie, die in den höchsten irdischen Höhen über uns geglänzt, so lange sie lebte, blieb doch immer mit uns und bei uns. Konnte ihr Hinscheiden für uns anderes als Verwaistheit bedeuten?
Wir besaßen alle Beweise dafür, dass sie mit ihrem gütigen Herzen ganz den Ungarn angehörte: wie hätten wir sie nicht lieben sollen? Und sie, die zärtlich Liebe Heischende, in der Gefühlswärme aufgehende, begriff nicht nur die schwärmerische Anhänglichkeit unserer Liebe, sondern lohnte sie auch mit stets sich erneuernder Huld.
Einer Legende gleich ging unter uns die Kunde einher, daß so oft ein nationaler Schmerz uns bedroht, unsere Elisabeth es ist, die von unserem Himmel die Wolken bannt. Konnte es anders sein, als daß wir mit aller Zuversicht unseres dankerfüllten Herzens an ihr hingen?
Insolange wir sie an unserer Seite fühlen durften, bekränzten wir unsere Hoffnungen mit dem Regenbogen. Sie selbst wollte ja, daß wir das beruhigende Bewußtsein ihrer seelischen Nähe haben. Zu lebendiger Gewißheit konnte unser Glaube werden, daß in ihrer Zuneigung für uns eine große und wertvolle nationale Kraft sich birgt, die wir eifersüchtig hüten müssen.
Seit zehn Jahren ist alldas für immer zu Ende…
Die Tragödie, die an jenem furchtbaren Tage unser Blut erstarren ließ, forderte ihr kostbares Leben.
Königin Elisabeth gehört heute nur mehr der trauernden Erinnerung an.
Nur die vergangenen Zeugnisse ihrer Güte und Großmut, ihrer Zuneigung für die ungarische Nation können wir vor Augen haben.
Indem wir bewegten Herzens ihres Heimganges gedenken, wollen wir uns heute ihrer lichtvollen Gestalt zuwenden, die sich hoch erhebt über alle Vergänglichkeit, auf daß sie fortlebe unter uns von Geschlecht zu Geschlecht, als ein Born der Inbrunst.
Was irdisch war an ihr, das bedeckt der Verwesung düsterer Schleier.
Der Glanz aber, der aus dem geistigen Wesen der Verklärten die Vernichtung durchbricht und mit ewigem Leuchten uns erstrahlt: er läßt uns fühlen, daß der heiligen Elisabeth von Ungarn fortan zwei sind.


Liebe Grüße von waldi

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