Wie kam es zu den Sissi- Filmen?

Wie kam es zu den Sissi- Filmen?

Die Unterzeichnung des Staatsvertrags am 15.5.1955, der Österreich zu einem souveränen, gleichberechtigten Staat machte, brachte neuen Schwung in die angestaubte österreichische Filmindustrie. Oberflächliche und letztlich wenig erfolgreiche Musiklustspiele und Bauernkomödien wichen Filmen, die sich mit der österreichisch-ungarischen Monarchie beschäftigten und die Suche des Volkes nach der eigenen nationalen Identität widerspiegelten. Die Österreicher sehnten sich nach großem Kino und berauschenden Liebesgeschichten, die eine heile Welt versprachen.

Der österreichische Autor und Filmregisseur Ernst Marischka war „besessen” von der Geschichte der österreichischen Kaiserin Elisabeth. 1932 hatte er das Sujet schon in einer Operette verarbeitet und 1936 selbst ein Drehbuch darüber geschrieben. Mitte der 50er Jahre spürte er, dass es an der Zeit war, „Sissi” filmisch umzusetzen. Seine Kaiserin von Österreich war jedoch bewusst weit entfernt von der problembeladenen, tragischen, historischen Figur. In den Filmen war sie die Verkörperung einer schönen, anbetungswürdigen Legende. Marischka ließ kein Detail aus, um den kaiserlichen Prunk - von den prachtvollen Kostümen bis hin zur stimmungsvollen musikalischen Untermalung - minuziös nachzugestalten. Er entführte sein Publikum an die schönsten Orte Österreichs und ließ sie am Schloss Schönbrunn, an der Donau, dem Stephansdom und den oberbayrischen Seen die ruhmreiche Vergangenheit des Landes nacherleben.

Marischkas „Sissi”- Trilogie schrieb Filmgeschichte und zieht noch heute - 50 Jahre nach Drehbeginn - Millionen Menschen generationsübergreifend in ihren Bann.