Elisabeth. Kaiserin wider Willen

Elisabeth. Bilder einer Kaiserin

Elisabeth, Kaiserin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen, war - abgesehen von ihrer gesellschaftlichen Stellung eine der interessantesten Frauengestalten ihrer Zeit. Nicht die Repräsentation, sondern die Verwirklichung ihrer selbst war ihr Ziel, das sie unbeirrt zu erreichen suchte - um jeden Preis, auch um den der Vernachlässigung ihrer Pflichten als Kaiserin.Der Pflege und Erhaltung ihrer sprichwörtlichen Schönheit widmete sie viel Zeit - bis zu drei Stunden täglich. Aber mit noch viel größerem Eifer lebte sie ihrer Bildung. Sie war einer der zeitgenössischen Kennerinnen Heinrich Heines, versuchte sich selbst als Dichterin im Stile ihrer „Meisters”, sprach fließend Ungarisch und Neugriechisch. Eigenschaften, die zum süßen Sisi-Mythos nicht passen. Das, was ihre Persönlichkeiten ausmachte, hielt sie mit Erfolg vor ihren Zeitgenossen verborgen. Sie lebte der Einsamkeit, fern des Hofes, ließ sie nur in den Jahren ihrer größten Schönheit porträtieren und fotografieren. Als diese jedoch trotz aller Anstrengungen schwand, verbarg Elisabeth ihr Gesicht hinter Schleiern, Schirmen und Fächern. Seit den siebziger Jahren, als sie Mitte Dreißig war, gibt es weder ein Foto noch ein „nach der Natur” gemaltes Porträt von ihr. Was aus dieser späteren Zeit datiert ist, sind entweder frühere Fotos, die mit Retuschen „älter” gemacht wurden - oder nach der Phantasie der Maler und früheren Vorlagen angefertigte Porträts, also Bilder ohne Aussagekraft über ihr tatsächliches Aussehen. So blieb nur die „schöne Elisabeth” im Gedächtnis. Aus diesem Grunde können die meisten Abbildungen nur Dokumentationen der Legendegestalt „Sissi” sein, nicht aber Aufschluss geben über den Menschen Elisabeth.Die fast 300 Bilder dieses zweisprachigen Bandes stammen aus öffentlichen und privaten Sammlungen sowie zeitgenössischen Illustrierten.

Brigitte Hamann
Amalthea 7. Auflage 2004. 14,90 Euro

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