Elisabeth - Das Musical

Weltweiter Erfolg

Für Michael Kunze, Kopf und Herz von ELISABETH, ist der Erfolg, der nun zu einer Neuinszenierung seines Stückes gerührt hat, der klare Beweis, dass hier ein neues Genre entstanden ist. Ein Genre, das das Publikum sehr schnell akzeptiert hat, während die Medien (die Theater Inbegriffen) erst nach und nach das Potential entdecken, das hier liegt: Es herrscht ein Bedürfnis nach Emotionalität der Handlung, nach der Substanz von Text und Geschichte - damit lassen sich auch die New Yorker überzeugen, nachdem die brillanten Broadwayshows, die unübertrefflichen, nicht mehr geschrieben und produziert werden.

Aber Hausgemachtes wird zunächst immer unterschätzt. Der Erfolg war keineswegs ausgemacht!

Eine Welt-Uraufführung vor elf Jahren, der allein in Wien 1279 Vorstellungen folgten und 1,3 Millionen Besucher, die sich auch durch Kritikerschelte nicht abschrecken ließen. Rudi Klausnitzer, der bei der Uraufführung schon designierte neue Intendant, erkannte das Potential dieser Produktion und sorgte in den folgenden Jahren dafür, dass ELISABETH weltweit Liebhaber finden konnte. Gemeinsam mit Generaldirektor Franz Häußler stellte er auch nach zehn Jahren die Weichen, damit sie nun wieder in Wien residiert.

Tokyo klopf an die Tür
Schon während ELISABETH in Wien in sechs Serien lief, ging sie auch in die Fremde. Eigentlich kam die Fremde zu ihr: Der damalige Star des Tokyoter Takarazuka-Theaters, Maki Ichiro, war aus ganz anderen Gründen in Wien, als sie eine Nummer aus dem Stück hörte und es sofort sehen wollte. Von dem Besuch an war (nicht nur ihr) klar: Sie wird in ihrem Ensemble, in dem alle Rollen nur durch Frauen besetzt werden, den Tod spielen. Klar war auch, dass die Aufrührung in Osaka 1996 und später in Tokyo ganz anders aussehen würde, als die Wiener Produktion. Also nicht die seit A CHORUS LINE bei internationalen Lizenzvergaben eingebürgerte Übernahme von Ausstattungs- und Inszenierungskonzept.

Am Takarazuka musste eine Revuetreppe auf der Bühne stehen und fünfzig Mädchen die Beine in einer „Kickline” schwingen, wie am Broadway der 40er Jahre. - „Kitsch”, die Nummer, in der sich Lucheni direkt ans Publikum wendet, wurde dafür ausersehen, und so rufen - inzwischen in der sechsten Spielserie - 50 Mädchenkehlen auch auf Japanisch fröhlich „Kitsch!”. Inzwischen hat Maki Ichiro am Tokyoter Toho-Theater, in dem vier Jahre später die zweite japanische ELISABETH-Premiere stattfand, selbst als Kaiserin mit einem männlichen Tod auf der Bühne gestanden - und erlangte dadurch die weltweit einmalige Möglichkeit, die männliche und die weibliche Hauptrolle im selben Musical zu verkörpern.

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