Das Ballett: Sissi - Kaiserliche Hoheit

Das Ballett: Sissi - Kaiserliche Hoheit

Das tragische Leben der Kaiserin Elisabeth von Österreich fasziniert und inspiriert seit Jahrzehnten Filmemacher, Autoren, Biographen und Choreographen, kurzum, kreative Köpfe weit über die Grenzen Deutschlands und Österreichs hinaus. Neben dem Musical „Elisabeth”, das bis zum heutigen Tage acht Millionen Menschen weltweit begeisterte, ist nun auch ein spektakuläres neues Tanzstück zu bewundern:

Das Ballett „Sissi - Kaiserliche Hoheit” wurde am 22.Oktober 2005 im Tiroler Landestheater Innsbruck uraufgeführt. Leitmotiv dieser Inszenierung sind die Parallelen in den Schicksalen der österreichischen Kaiserin und derer der „Film-Sissi” Romy Schneider. Beide Frauen führten ein spannungsreiches, widersprüchliches und einsames Leben. Sowohl Elisabeth als auch Romy verloren unter tragischen Umständen ihre einzigen Söhne, zogen sich in ihr Innerstes zurück und versuchten, in eine künstliche Welt einzutauchen fernab der Realität. Während Kaiserin Elisabeth rastlos auf Reisen ging, vergrub sich Romy Schneider in ihre Filmarbeit, letztlich zerbrachen beide aber an ihrer Trauer und Einsamkeit.

Jochen Ulrich, seit 2000 künstlerischer Leiter am Tiroler Landestheater Innsbruck, lässt in seiner außergewöhnlichen Inszenierung die Leben Elisabeths und Romys tänzerisch miteinander verschmelzen:
Der erste Akt zeichnet das Bild der majestätischen Kaiserin Elisabeth im Kampf gegen Zwänge und Etikette der Habsburger Dynastie, dokumentiert ihre Seelenverwandtschaft zu Cousin Ludwig II. von Bayern und erreicht mit der Tragödie um den Selbstmord ihres Sohnes Rudolf einen traurigen Höhepunkt.
Der 2. Akt hingegen widmet sich Elisabeth aus der Perspektive Romy Schneiders: Sie wird zur Filmrolle Romys und letztlich zu ihrem „Zwangskorsett”. Dank Stilikone Coco Chanel befreit sich die Schauspielerin von Elisabeth und stürzt sich im Chanelkostüm in ein Liebesabenteuer mit Alain Delon. Sowohl diese Liebe als auch die Ehe mit Harry Meyen scheitern, und als ihr Sohn David tödlich verunglückt, zerbricht Romy Schneider am Leben. Resigniert kehrt sie zurück in die Rolle der Elisabeth, zurück zu Ludwig.

Mit ihren Schritten, Sprüngen und Figuren - eingebettet in die Musik Gustav Mahlers - schaffen es Jochen Ulrichs Tänzerinnen und Tänzer in „Sissi - Kaiserliche Hoheit”, Elisabeth von Österreich und Romy Schneider eindrucksvoll zum Leben zu erwecken und ihnen - in einer Mischung aus Fiktion und Wirklichkeit - ein unvergleichliches Denkmal zu setzen.

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